Wo können geflüchtete Frauen einen Raum finden, der ihnen Orientierung, Sicherheit und Begegnung ermöglicht?
Ende Mai 2023 wurde diese Idee in der Rotenburger Innenstadt Wirklichkeit. Mit Unterstützung der Deutschen Postcode Lotterie und getragen vom Ev.-Luth. Diakonissen-Mutterhaus Rotenburg (Wümme) öffnete mitten:drin seine Türen als Anlaufstelle speziell für Frauen mit Fluchterfahrung. Der Fokus lag bewusst auf Frauen, weil ihre Bedürfnisse im Integrationsprozess oft weniger sichtbar sind und sie im Alltag seltener Räume für Austausch, Lernen und Orientierung finden.
Von Anfang an ging es nicht um Programme oder Vorgaben, sondern um Begegnung auf Augenhöhe. mitten:drin sollte ein Ort sein, an dem Frauen einfach kommen konnten – um zuzuhören, zu sprechen, Fragen zu stellen oder erst einmal nur da zu sein. Aus diesen Begegnungen entwickelten sich Gespräche über Sprache, Familie, Arbeit, Schule und das Leben in einer neuen Umgebung. Schritt für Schritt entstand Vertrauen.
Über mehr als drei Jahre hinweg wurde mitten:drin für viele Frauen ein fester Bestandteil ihres Alltags. Ein Ort, an dem sie Unterstützung fanden, Kontakte knüpften und Mut fassten, ihren eigenen Weg weiterzugehen. Die offene Atmosphäre und die enge Vernetzung vor Ort machten das Projekt zu einem lebendigen Teil der Innenstadt.
Ende Januar 2026 musste mitten:drin beendet werden, da die erforderlichen Fördermittel nicht verlängert wurden. Doch der Gedanke, aus dem das Projekt entstanden ist, bleibt aktuell: Integration braucht Orte, an denen Menschen gesehen werden.
Eine Wiederaufnahme von mitten:drin ist grundsätzlich möglich. Mit finanzieller Unterstützung kann dieser Ort erneut entstehen. Jede Spende trägt dazu bei, die ursprüngliche Idee wieder lebendig werden zu lassen.

